Sorgfältige klinisch-psychologische Diagnostik für Erwachsene
Ein Schwerpunkt meiner Praxis liegt in der differenzierten klinisch-psychologischen Diagnostik im Erwachsenenalter. Dazu gehören insbesondere ADHS im Erwachsenenalter, Persönlichkeitsdiagnostik sowie die sorgfältige Einordnung komplexerer psychischer Beschwerdebilder.
Mir ist wichtig, Symptome nicht vorschnell zu etikettieren, sondern sie im Zusammenhang von Biographie, aktueller Lebenssituation, psychischer Struktur und möglichen Differentialdiagnosen zu verstehen. Diagnostik ist für mich deshalb nicht nur Zuordnung, sondern ein Prozess sorgfältiger Klärung.
ADHS im Erwachsenenalter
Die diagnostische Abklärung von ADHS im Erwachsenenalter bildet einen besonderen Schwerpunkt meiner Praxis. Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Während die ältere ICD-10 noch von hyperkinetischen Störungen spricht, verwenden die neueren Klassifikationssysteme ICD-11 und DSM-5 die international gebräuchliche Bezeichnung Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD).
Viele Erwachsene suchen erst spät nach einer Erklärung für anhaltende Probleme mit Aufmerksamkeit, Selbstorganisation, Impulsivität, innerer Unruhe oder emotionaler Selbststeuerung. Gerade deshalb ist eine sorgfältige Differentialdiagnostik wichtig. Nicht jede Konzentrationsstörung ist Ausdruck einer ADHS. Umgekehrt bleibt ADHS im Erwachsenenalter häufig lange unerkannt.
In meiner Diagnostik orientiere ich mich an aktuellen fachlichen Leitlinien und an strukturierten diagnostischen Verfahren. Dazu gehören unter anderem das DIVA-5 (Kooij, Francken, Bron, & Wynchank, 2019) als strukturiertes Interview für ADHS im Erwachsenenalter sowie die HASE – Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene (Rösler, Retz-Junginger, Retz, & Stieglitz, 2021). Ich bilde mich zu diesem Thema kontinuierlich fort, um diagnostisch auf aktuellem fachlichem Stand zu arbeiten.
Weiterführende Informationen zur HASE-Diagnostik-Testbatterie bei der Hogrefe Testzentrale.
ADHS bei Frauen
ADHS wird bei Frauen im Erwachsenenalter häufig später erkannt oder zunächst übersehen. Symptome zeigen sich oft weniger in äußerer Unruhe als in chronischer Überforderung, Erschöpfung, innerer Anspannung, Selbstzweifeln oder hoher Kompensationsleistung. Auch solche Verläufe beziehe ich in die diagnostische Einordnung mit ein.
Persönlichkeitsdiagnostik
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Praxis liegt in der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen und Persönlichkeitsakzentuierungen.
Begriffe wie „narzisstisch", „borderline" oder „selbstunsicher" werden im Alltag häufig verwendet. Nicht jede auffällige Eigenschaft und nicht jeder ausgeprägte Persönlichkeitsstil stellt jedoch bereits eine psychische Störung dar. Gerade an dieser Stelle ist eine fachlich sorgfältige Einordnung wichtig.
Ich nutze unter anderem das SCID-5-PD (Beesdo-Baum, Zaudig, & Wittchen, 2019) für die kategoriale Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen nach DSM-5 sowie das SCID-5-AMPD (Hörz-Sagstetter, Mokros, & Zimmermann, 2025) für dimensionale Aspekte der Persönlichkeitsdiagnostik. Für psychodynamische Diagnostik und Therapieplanung arbeite ich außerdem mit OPD-3 (Arbeitskreis OPD, 2024).
Diagnostische Arbeitsweise und Qualitätssicherung
Grundlage meiner Arbeit sind in der Regel ein ausführliches diagnostisches Gespräch, biographische und aktuelle Anamnese, strukturierte klinische Einordnung sowie bei Bedarf standardisierte Fragebögen und diagnostische Interviews.
Auch in laufenden Psychotherapien ist mir diagnostische Präzision wichtig. Ich evaluiere meine Therapieverläufe kontinuierlich mit standardisierten Fragebögen, um Entwicklungen systematisch im Blick zu behalten und Behandlungen möglichst präzise auf den tatsächlichen Verlauf abzustimmen. Die kontinuierliche Evaluation von Psychotherapieverläufen ist ein etablierter Ansatz qualitätsgesicherter Behandlung. Vgl. hierzu: Lutz, W., Neu, R., & Rubel, J. A. (2019). Evaluation und Effekterfassung in der Psychotherapie. Göttingen: Hogrefe.
Psychologische Begutachtung
Für ausgewählte Fragestellungen biete ich außerdem psychologische Begutachtung und fachlich fundierte Stellungnahmen an.
Kontakt
Wenn Sie klären möchten, ob eine diagnostische Abklärung bei ADHS, eine Persönlichkeitsdiagnostik oder eine weiterführende psychologische Einordnung sinnvoll ist, können Sie gern Kontakt aufnehmen. Ich biete auch die Möglichkeit an, ausschließlich zur Diagnostik in meine Praxis zu kommen – auch dann, wenn ich selbst die anschließende eventuell nötige Therapie nicht übernehmen kann.