Zur Person

Dr. rer. nat. Rico Pohling

Dr. Rico Pohling

Ich bin Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut. Meine Arbeit verbindet psychotherapeutische Erfahrung, sorgfältige Diagnostik und wissenschaftliche Fundierung. Im Mittelpunkt stehen für mich nicht nur einzelne Symptome, sondern der Mensch in seinem inneren Erleben, seiner Biographie, seinen Beziehungsmustern und seinen aktuellen Konflikten. Psychische Beschwerden entstehen aus meiner Sicht selten isoliert; sie stehen oft im Zusammenhang mit früheren Erfahrungen, inneren Spannungen, ungelösten Konflikten und belastenden Lebenssituationen.

Dabei prägt mich ein Menschenbild, das dem Menschen nicht nur mit klinischer Präzision, sondern auch mit Respekt, Offenheit und einem Sinn für seine Möglichkeiten begegnet. Mein Denken ist neben der psychodynamischen Tradition auch von humanistisch-psychotherapeutischen bzw. existentiellen Psychotherapeuten wie Erich Fromm, Viktor Frankl und Irvin D. Yalom beeinflusst. Zugleich fließen ressourcen- und entwicklungsorientierte Perspektiven, wie sie unter anderem in der Positiven Psychologie von Martin Seligman oder Jonathan Haidt formuliert wurden, in meine Haltung ein. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch das Potenzial zu Wachstum, Veränderung und innerem Frieden in sich trägt. In meine Arbeit fließt daher nicht nur die Frage ein, was Beschwerden hervorbringt, sondern auch, was innere Stabilität, Sinn, Selbstwirksamkeit und persönliches Wachstum fördern kann.

Grundhaltung

Ich arbeite mit dem Anspruch, Menschen weder auf Symptome noch auf Diagnosen zu reduzieren. Mich interessieren nicht nur Defizite und Belastungen, sondern auch Stärken, Potenziale und Ressourcen. Eine Diagnose kann helfen, Beschwerden zu verstehen und einzuordnen; sie sollte jedoch nicht zu einer Identität werden. Mir ist wichtig, Leiden ernst zu nehmen, diagnostisch präzise zu arbeiten und zugleich die Möglichkeit von Entwicklung und Veränderung offenzuhalten.

„Das merkwürdige Paradoxon besteht darin, dass ich mich genau dann ändern kann, wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin."

— Carl Rogers

Kontemplative Perspektiven

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit kontemplativen Praktiken und mit buddhistischer Psychologie. Diese Auseinandersetzung ergänzt für mich psychodynamische, humanistische und ressourcenorientierte Perspektiven um einen vertieften Blick auf Achtsamkeit, Mitgefühl, Selbstregulation und innere Entwicklung. Kontemplative Zugänge aus der buddhistischen Psychologie haben längst Eingang in unterschiedliche wissenschaftlich fundierte Therapieverfahren gefunden, etwa in achtsamkeitsbasierte Ansätze, in die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) oder in die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT). Auch die Arbeiten von Christopher Germer, Ronald Siegel und anderen Autoren aus dem Feld achtsamkeits- und mitgefühlsbasierter Psychotherapie haben mein fachliches Denken in diesem Bereich bereichert.

„Wenn die Turbulenzen von ablenkenden Gedanken nachlassen und unser Geist still wird, entsteht ganz natürlich ein tiefes Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit von innen."

— Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche

Beruflicher Hintergrund

2004–2010 Studium der Psychologie (Diplom) an der TU Dresden mit den Schwerpunkten Klinische Psychologie / Psychotherapie und Arbeits- und Organisationspsychologie; Diplom „mit Auszeichnung bestanden"
2010–2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden, Professur Prozessorientierte Diagnostik; Projektverantwortlicher in verschiedenen Industrieprojekten zu Themen der Eignungsdiagnostik (Anforderungsanalyse, Personalauswahl)
2012–2017 Promotion an der TU Dresden, später an der TU Chemnitz zum Dr. rer. nat. Thema: „Moralische Sensitivität – Die Grundlage zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung in Organisationen", im Rahmen dieser Arbeit habe ich mich mit verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen beschäftigt, die moralisches Entscheiden und Handeln beeinflussen und auch in der Psychotherapie eine große Rolle spielen: Empathie, Achtsamkeit für Ethik und Moral, Ungerechtigkeitssensibilität, moralische Identität. Von 2012–2014 war ich Stipendiat des Freistaates Sachsen „Landesinnovationspromotion"
2013–2020 Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten nach Psychotherapeutengesetz; zunächst an der Akademie für allgemeine Psychotherapie (aap private GmbH), seit 2016 am renommierten Dresdner Institut für Psychodynamische Psychotherapie (DIPP e.V.). Im Rahmen der Ausbildung und kurz danach habe ich in verschiedenen Kliniken und ambulant in der kassenärztlichen Versorgung gearbeitet: Universitätsklinikum der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Allgemeine Tagesklinik; Klinikum Niederlausitz (Senftenberg), Akutpsychiatrie; Als approbierter Psychotherapeut habe ich direkt nach der Ausbildung in der MEDIAN Klinik Berggießhübel (Psychosomatische Rehabilitation) gearbeitet
seit 2018 Assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Persönlichkeitspsychologie der Technischen Universität Chemnitz
seit 2021 Vertragspsychotherapeut der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS); kassenärztlich niedergelassen im Planungsbereich Dresden
seit 2021 Vorstandsmitglied des Dresdner Instituts für Psychodynamische Psychotherapie (DIPP e.V.), Mitglied des Leitungsteams der Institutsambulanz des DIPP e.V., Ausbildungskommission für Psychologische Psychotherapeuten, Dozententätigkeit

Mitgliedschaften und berufliche Zugehörigkeiten

Ich bin Mitglied in psychotherapeutischen Verbänden und im fachlichen Austausch mit Institutionen, die sich einer qualitätsvollen psychotherapeutischen Versorgung und der Weiterentwicklung psychodynamischer Psychotherapie verpflichtet fühlen.

Forschung

Weitere Informationen zu meinem wissenschaftlichen Profil, zu Forschung und Publikationen finden Sie auf der Seite Forschung.